Das ist das liebste Szenario, das wir aus der UE-Branche kennen: Zwei Systeme ringen
um die Publikumsgunst. Allianzen werden geschlossen, Meinungen mobilisiert - und der Verbraucher wird von
gegensätzlich lautenden Begriffen überfahren.
Glauben Sie nicht: Wenn sich zwei streiten, freut sich der dritte. Der Dritte wäre hier die gängige CD, die
beim Konsumenten beliebt ist und Ihn qualitativ völlig befriedigt. Wenn sie uns auch noch gute zehn Jahre begleiten
wird (das gilt auch für VHS und LP), so ist es das erklärte Ziel der Musikindustrie, Ihre Werke nur noch auf
Tonträgern anzubieten, die vor Raubkopierern weitestgehend geschützt sind.
Da bietet sich natürlich aktuell das Internet an, und die Probleme, die hier täglich durch unbezahlte
Musik-Downloads entstehen, sind Ihnen bestimmt bekannt. Diese lassen sich aber eindämmen, und so werden Firmen wie
Universal Music, Warner und BMG ihre Produktionen - vor allem den Back-Katalog - bald zum billigen Download über
Internet anbieten.
Was wäre dann aus der UE-Industrie geworden? Wer nicht, wie Sony, auch bei PCs aktiv wurde, hätte Einbußen
hinnehmen müssen. Eine Welt, in der Musik nur zwischen PC und Portable-Player zirkuliert, braucht keine aufwendigen
Heimgeräte mehr.
Die rasant wachsende Film-DVD hat die Hardware-Industrie mit neuer Hoffnung erfüllt, denn hier konnte eine
Qualität geboten werden, die es vordem auf dem schneienden Videotheken-Cassetten nie gegeben hatte. DVD-Video wurde
nicht nur in großen Industrienationen ein großer Erfolg, sondern wird auch in den nächsten Jahren in China explodieren.
DVD lässt sich einigermaßen vor Raubkopierern schützen, sodass der einfache Konsument auch zum eigenen Gebrauch keine
Kopien anfertigen kann.
Die Idee der Schwer-Kopierbarkeit konnte der Musikindustrie schmackhaft gemacht werden, und so bleiben Disc´s auch
im dritten Jahrtausend auf dem Medienplan. Sie können zeitgemäß mit Internet-Links und Bildmaterial versehen werden,
das man über einen Bildschirm/Fernseher abrufen kann. Das bedingt eine Art Medien-Wohnzimmer, wo alle Peripherie-Geräte
stehen.
Ursprünglich hätte nach der DVD-Video eine gemeinsame Audio-DVD kommen sollen, die dem Konsumenten "eine um vieles
höhere Tonqualität mit Surround-Sound" bieten sollte. Als sich die Normenverhandlungen in die Länge zogen, scherten
Sony und Philips aus dem Gremium aus und stellten Ihre eigene Audio-Disc "SACD" vor. Abgesehen vom Namen, der beiden
CD-Erfindern neue Lizenzverträge bescherte, steckte auch technisch hinter der Disc etwas Neueres, als sich die
DVD-Audiofirmen jemals überlegt hatten - das neue Aufnahmeverfahren DSD.
DSD oder Direct Stream Digital stammt von Sony und war ursprünglich zur Archivierung der wertvollen Analog-Archive
bestimmt gewesen. Dabei stellte sich heraus, dass das 1-Bit-System komplizierte Klangverhältnisse besser aufzeichnen kann,
als dazu vergleichbare Digitalgeräte im bewährten PCM (Pulse Code Modulation) Verfahren in der Lage wären.
DSD schafft Frequenzen von 100 kHz, eine Dynamik von 120 dB und hält auch die Phasenlage starr.
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